Children as Persons


«Wir sind versucht, eine Person zu definieren, doch die gewöhnlichste, unauffälligste
Person, die wir kennen, lässt sich nicht durch unsere Vorstellung eingrenzen:
Unbekannte Seiten ihrer Natur können plötzlich zum Vorschein kommen, und wir
erkennen, dass sie nicht dem entspricht, was wir angenommen haben und wir
stellen fest, dass sich jede Person unserer Einordnung entzieht. Ich glaube, dass die
Aussage «Kinder sind geborene Personen» von revolutionärem Charakter ist…


Entweder verehren oder verachten wir Kinder; und während wir sie als unfertige,
in Entwicklung begriffene Wesen einstufen, die eines Tages die volle Menschgrösse
erreichen werden, können wir nicht anders, als sie geringschätzen, wie freundlich
oder sogar zärtlich wir auch immer dieses Verbrechen begehen. Stattdessen sollten
wir Kinder als schwache, unwissende Personen ansehen, in deren Schwäche wir
sie unterstützen und aus deren Unkenntnis wir sie herausführen müssen. Denn ihr
Potential ist so gross wie unser eigenes.
(Charlotte Mason: Concerning the children as persons)


«Du bist sehr musikalisch, sportlich, ein heller Kopf, mathematisch begabt», lobt
der Lehrer eine Schülerin. «Du bist unmusikalisch, ungeschickt, durchschnittlich und
mathematisch unbegabt», ärgert sich die aufgebrachte Mutter. Wer wurde nicht
schon durch seinen Charakter oder anhand seiner Fähigkeiten bewertet? Man fasst
in Worte, was jemand ist oder sein sollte, will etwas Gutes betonen, um das Selbstwertgefühl zu stärken oder fällt Urteile.


An Ambleside Schulen wollen wir Kinder nicht aufgrund ihrer Stärken oder Schwächen
definieren. Stattdessen sehen wir alle Kinder als Personen, im Bilde Gottes
geschaffen, mit einem grossen Potenzial für ein fruchtbares Leben, das reich an
Beziehungen und Interessen ist. Wir wollen sie unterstützen, aus ihren Schwächen
und aus ihrer Unwissenheit herausführen und werden dabei immer wieder von den
Fähigkeiten, die in den Kindern stecken, überrascht.


Kinder an Ambleside Schulen, als wertgeschätzte Persönlichkeiten

  • kommen in den Genuss eines breiten, reichhaltigen Lehrplans,
  • rechnen, lesen, denken mit, rezitieren, entdecken, reflektieren, singen und malen,
  • sollen eine Beziehung zu sich selbst, zu anderen, zu Ideen und zur Arbeit entwickeln können,
  • erfahren, dass Lernen mehr ist, als für Noten, Lob oder Zuneigung zu arbeiten,
  • nehmen aktiv am Lernprozess teil,
  • sollen bei der Aneignung von guten Gewohnheiten wie Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Ausdauer, Respekt, Dankbarkeit, Ehrlichkeit, Selbstlosigkeit unterstützt werden und so die Gewohnheiten eines guten Lebens einüben, die Beziehungen erst möglich machen (Sozialkompetenz),
  • sollen ein komplexes Denken und akademische Fertigkeiten entwickeln (Sachkompetenz),
  • begegnen einer Fülle von Ideen und Wissen in lebendigen Büchern («living books»).
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